Krimisplitter


Witiker KrimisplitterVorwort


Was wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser der Witiker Krimiredaktion, von diesem Monat an auf dem Web präsentieren (in der Buchausgabe natürlich in einem kleinen Erzählband), sind 12 kurze Erzählungen ohne Unterteilungen in Kapitel, die zwischen 3 und 30 Seiten umfassen. Jede/r Autor/in hat einen eigenen Erzählstil, keine dieser Erzählungen ist auto­biographisch in dem Sinne, dass man daraus auf die Identität der Erzählenden oder der darin genannten Personen schliessen könnte. Anderseits sind in jeder dieser Erzählungen Witiker Landschaften, Einrichtungen, Gebäude und Quartiersitten zu er­ken­nen, die unseren hiesigen Lesern sehr vertraut vorkommen werden und für die übrige Le­ser­schaft ein in­ter­es­san­tes und z. T. amüsantes Kapitel von Deutschschweizer Lo­kal­ge­schich­te darstellen mögen. Alles, was einem breiteren Publikum unverständlich bleiben könnte, wird in den Texten erklärt – das war eine der Bedingungen bei der Annahme der Manuskripte.

Die Erzählungen entsprechen einem im angelsächsischen Bereich bekannten Genre, den Short Crime Stories, deren Gründereltern keine geringeren sind als Edgar Allan Poe und Agatha Christie. Die konnten erzählen, was sie wollten, es war immer genial. Bei andern wäre vielleicht der Plot zu einer Kitsch- oder Horrorstory für Kioskheftchen ge­ron­nen, ihnen diktierte ein schrulliger Geist Meisterwerk um Meisterwerk. Unsere Autorinnen und Autoren kennen natürlich die Vorbilder und viele der Werke, die ihnen nacheifern, sie wollen aber weder das eine noch das andere leisten, sondern einfach so schreiben, wie es ihnen ihre eigene Fantasie eingibt, wobei alle mit grösster Sorgfalt am je eigenen Stil arbeiten, auch, und vielleicht besonders, wenn sie einen etwas ungelenken Stil eines bie­de­ren Erzählers wiedergeben: kunstvoll ungelenk erzählen ist etwas vom Schwierigsten, denn der Effekt muss sein, dass die Leser sich sagen: „Ja, genau so redet eine, einer von diesem Typ, das klingt waschecht“.

Beurteilen Sie also bitte jede Erzählung nicht nach Vorbildern, sondern danach, ob Sie sich bei der Lektüre gut und angenehm unterhalten haben – mehr ist hier nicht an­ge­strebt. Wenn sie dabei ein paar Perlen finden, umso besser!